Wenn Ratten Mäuschen spielen

Herr Pinselflitzer und die Jutebeutelratte Conny Lachsack durften gestern Mäuschen spielen – Kinder der Astrid-Lindgren-Grundschule Schönefeld proben zurzeit fleißig die Geschichte „Herr Pinselflitzer und der Clara-Zetkin-Park“ aus „Willkommen in Leipzig, Paul!“

Am 12.09., 14.30 Uhr wird das kleine Theaterstück zum „Tag der Begegnung“ auf der öffentlichen Fläche vor der Begegnungsstätte Schönefeld, Volksgartenstraße 28, aufgeführt. Es ist so spannend für uns, dabei zusehen zu dürfen, wie Paul und Herr Pinselflitzer zum Leben erweckt werden. Die Kinder machen das großartig!

Chapeau! Wir fühlen uns geehrt.

Theaterprobe

Sonnenzeit

Sie zählt, und zählt, und zählt die heiteren Stunden nur – die Sonnenuhr nahe der Dahlienterrasse im Clara-Zetkin-Park. Diesen Sommer hat sie jede Menge zu tun und uhrwerkelt unentwegt vor sich.

Conny Lachsack und Herr Pinselflitzer standen nur für ein sekundenschnelles Foto zur Verfügung. Im Schatten, auf einer Bank nahmen sie sich dann ein paar Minuten, um beim Verstreichen der Zeit zuzuschauen.

Die gusseiserne Sonnenuhr steht übrigens schon seit 1955 im Clara-Park und wurde 2011 nach Zerstörung erneuert.

Sonnenuhr_Sommer_Paul_in_leipzig

Von vergangenen Zeiten und Geistes Gegenwart

Die Nacht zu entdecken, ist eigentlich ganz einfach. Man schiebt die große schwere Decke zur Seite und blickt ins Dunkel. Es sei denn, man hat sich eine der Taschenlampen mitgenommen, die vor dem schwarzen Vorhang zu finden sind. Dann wird der Blick in die Nacht zur Entdeckungsreise. Hat man genug von der Dunkelheit, kehrt man einfach um, der Vorhang wird zur Tagesdecke und schon steht man wieder im Hier und Jetzt.

Im Unikatum dreht sich derzeit alles um die (Uhr)-Zeit. Im Erdgeschoss des Kindermuseums in Leipzig-Plagwitz werden kleine und größere Entdecker auf einen Spaziergang durch Zeit und Zeiten eingeladen. „Ach du liebe Zeit!“ heißt die Ausstellung, in der alles Mögliche zum Thema ideenreich in Szene gesetzt ist.

„Schau mal, Herr Pinselflitzer, endlich können wir mal mit dem Zeitgeist sprechen!“, Conny Lachsack, die Jutebeutelratte aus Connewitz, ist ganz aus dem Häuschen. „Was wird man am Telefon hören?“ „Irgendwas Geistreiches natürlich“, ist sich Herr Pinselflitzer sicher.

Ach du liebe Zeit_Unikatum_willkommen in leipzig paul

Zeitgeist_Unikatum_Kindermuseum_Willkommen in Leipzig Paul

ein Telefon für geistreiche Gespräche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Hauptsache wir schaffen hier auch alles, es gibt ja eine Menge zu sehen.“ Doch darum braucht sich Conny keine Sorgen zu machen, schließlich kann man sich eine ordentliche Portion Zeitgefühl abholen.

Zeitgefuehl_unikatum_willkommen in Leipzig Paul

Im „Garten der Zeit“ duftet es nach Zeitvertreib im Grünen, und es geht um die Langeweile, auf die man manchmal trifft, wenn man seine Zeit mit Nichtstun verbringt und denkt: Das dauert ja ewig!

Garten der Zeit_Unikatum_willkommen_in_leipzig_Paul

Langeweile_Unikatum_willkommen in leipzig paul

Und manche Momente, von denen man sich wünscht, sie würden ewig dauern, sind im nächsten Augenblick schon wieder vorbei.

der Augenblick_Unikatum_Willkommen in leipzig paul

Um wirklich gute Zeiten geht es im hinteren Raum, in dem das Thema „Liebe“ eine Rolle spielt. Hier finden die Vorbereitungen für die Wanderausstellung „Liebe, Liebe“ statt. Dazu gehört auch ein Liebesgeschichtenwettbewerb, an dem man unter www.liebe-liebe.de übrigens noch bis zum 31. März 2018 teilnehmen kann.

Liebesgeschichten_Unikatum_Willkommen in Leipzig Paul

„Was ist das für ein komischer roter Strick, Herr Pinselflitzer?“ „Ich weiß nicht, Conny, vielleicht der rote Faden, der in letzter Zeit gar nicht so gut wusste, wo es langgeht. Oder jemand hat ihn verloren und nun spinnt er sich selbst etwas zusammen…“ Was auch immer es ist, es gehört zur Ausstellung im Obergeschoss, zum „Königreich der Phantasie“.

der rote Faden_Unikatum_Willkommen in Leipzig Paul

Gut getarnt, oder besser gut gegarnt

„Jetzt hab ich aber Hunger“, stellt Herr Pinselflitzer fest und will sich fast schon auf den Weg zum neuen Museumscafé Götz machen, als er die ICH-Landkarte entdeckt. Und endlich kann er mal aufmalen, was ihn jeden Tag heimsucht und manchmal nicht schlafen lässt – seinen großen Appetit auf Nusskuchen.

Ich-Landkarte_Unikatum_willkommen in Leipzig Paul

Das Unikatum-Kindermuseum ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Ihr findet es in der Zschocherschen Straße 26. Es ist von Dienstag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

 

 

Strohsackpassage Leipzig

Ein großes Zeitfenster

Bei einem Besuch in der Strohsackpassage Leipzig erleben die Jutebeutelratte Conny und das Eichhörnchen Herr Pinselflitzer ein kleines blaues Wunder: sie entdecken Europas größte Bodenuhr! Hinter 43 Millimeter dickem Panzerglas samt Schutzfolie symbolisieren die Zeiger Mann und Frau, die sich immer wieder begegnen. Auf dem Sekundenzeiger ist eine große rotierende Spiegelschale angebracht, die „ein Stück Himmel in die Passage holt.“ So steht es auf einer Tafel geschrieben.

„Wundervoll“, bemerkt Conny. „Aber, wie spät ist es denn jetzt?“ „Ich weiß nicht“, sagt Herr Pinselflitzer. „Gute Frage. Sicher ist, wir haben hier ein ziemlich großes Zeitfenster!“ Und da es in der beleuchteten Passage so schön gemütlich ist, bleiben die beiden noch eine Weile und sehen den Uhrzeigern bei ihren Begegnungen zu.

Bodenuhr_klein_Paul_Leipzig

Entworfen haben die Uhr 1997 der Maler Reinhard Minkewitz und der Architekt Anuschah Behzadi, das Uhrwerk stammt von Zachariä Turmuhren Leipzig.

„Und woher kommt eigentlich der Name ‘Strohsackpassage’, Herr Pinselflitzer?“ „Hier gab es früher viele Gaststätten, und wenn die Studenten nach dem Feiern nicht mehr nach Hause kamen, schliefen sie einfach hier auf Strohsäcken.“ „Interessant, vielleicht gab es dann früher an dieser Stelle Europas größten Bodenwecker. Und vielleicht wurde  der Wecker durch eine Bodenuhr ersetzt, als hier keiner mehr übernachtete.“ „So wird es gewesen sein, Conny, ganz bestimmt.“

Winter in Leipzig – Zeit für Klatsch & Tratsch

Wenn es richtig kalt ist da draußen, findet man Klatsch und Tratsch an der Könneritzbrücke. Das bedeutet nicht etwa, dass sich Leipziger Leute in die Kälte stellen, um Hinz und Kunz als dick und doof zu bezeichnen. Klatsch & Tratsch sind zwei Eiszapfen, die Paul bei seinem Ausflug durch Plagwitz kennenlernt. Die beiden hängen  unfreiwillig nebeneinander am Brückengeländer und streiten sich, was das Zeug hält.

„Was machst du hier, das ist mein Platz, geh zurück an deine Brücke!“, schimpft der eine Zapfen. „Ich kann nichts dafür, in diesem Winter bin ich auch hier gelandet“, antwortet der andere. Und schon kommt es zu einem handfesten Zapfenstreit.

Paul weiß erst gar nicht, wie ihm geschieht. „Was ist denn mit denen los?“ Doch dann hat er eine Idee…

„Zapfenstreit in Plagwitz“ ist unsere Wintergeschichte in „Willkommen in Leipzig, Paul!“. Sie erzählt nicht nur von zwei streitsüchtigen Eisklötzen, die langsam auftauen und warm miteinader werden, sie führt Paul auch von der Könneritzbrücke zum Unikatum Kindermuseum, lässt ihn das Eisenbahnmuseum kennenlernen und den großen Karl Heine.

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Wie ein Fisch im Wasser

Herrlich, diese Wasserstadt! Leipzig durchziehen etwa 300 kleine und große Flußläufe, und mehr als 300 Brücken findet man hier. „Schau mal, Herr Pinselflitzer, was ich bei meinem Ausflug ins Zentrum-Nordwest entdeckt habe!“ Conny Lachsack präsentiert stolz ihr Foto, auf dem sie einen Graureiher im Elstermühlgraben beobachten konnte. „Wo genau war das denn?“, fragt der Pinselflitzer. „Ganz in der Nähe des Naturkundemuseums, unterhalb der Angermühlbrücke.“

Naturkundemuseum_Willkommen_in_Leipzig_Paul

Herr Pinselflitzer trabt ab und kommt wenig später mit seinem Foto zurück. „So, Conny, ein Bild am Wasser kann ich auch“, sagt er und hält Conny seine Aufnahme unter die Nase. „Das ist die Könneritzbrücke, schau! Sie verbindet die Stadtteile Plagwitz und Schleußig miteinander. Das gelbe Haus mit den vielen Blumen auf den Balkonen gehört übrigens zum Grundstück, auf dem die Karl-Heine-Villa steht. Hier lebte der große Karl Heine von 1874 bis zu seinem Tod 1888. Er wollte aus Plagwitz ein Industrieviertel machen, baute Brücken und Straßen und begann 1856 damit, einen Kanal anzulegen, um Baumaterial und Güter transportieren zu können, den Karl-Heine-Kanal.“

Koenneritzbruecke_Pinselflitzer

„Na gut, Herr Pinselflitzer, hast gewonnen. Viel schöner sind ja auch unsere Ausflüge zu zweit“, meint Conny und schaut ihrem Lieblingseichhörnchen tief in die Augen. „Hast recht.“ Herr Pinselflitzer überlegt, dann weiß er, was zu tun ist. Er nimmt Conny an die Hand und bald schon sitzen sie zusammen in seinem geliebten Clara-Zetkin-Park und schauen auf die Fontäne in der Anton-Bruckner-Allee. „Wer war denn diese Frau Clara Zetkin, nach der der Park hier benannt ist eigentlich?“, fragt Conny. „Eine Friedensaktivistin und Frauenrechtlerin.“ „Dann hat man bei der Namensgebung für den Park eine wirklich gute Wahl getroffen.“ „Das stimmt, Conny“, sagt Herr Pinselflitzer. „Auch da hast Du recht.“

Clara-Zetkin-Park_pinselflitzer

Willkommen in Leipzig, Paul!

Hat der Glücksbringer wirklich Glück?

Wie bringt ein Glücksbringer eigentlich Glück? Und worin bringt er es? Paul denkt an Papas „Tarnlistmann“, den er zusammen mit Conny Lachsack, der Jutebeutelratte aus Connewitz, gebastelt hat. Pauls Papa ist vor kurzem weit verreist und Paul wollte ihm unbedingt etwas mitgeben, das ihn beschützt.

Hoffentlich funktioniert das auch, überlegt Paul. „Conny, sag mal, wo versteckt sich denn das Glück in unserem Tarnlistmann? „Gute Frage“, antwortet Conny. „Ich weiß auch nicht. Vielleicht trägt er es in seinem Kopf. Für den Kopf haben wir beim Basteln einen Kiefernzapfen genommen, weißt du noch? Und so ein Kiefernzapfen ist verholzt.“

Tarnlistmann_Willkommen_in_leipzig_paul_klein

„Also hat er einen Holzkopf?“ fragt Paul. „Ja, das kann man so sagen. Aber wenn jeder seines Glückes Schmied ist, wie es heißt, dann kann in einem Holzkopf nicht das Glück sein. Auch wenn man darauf klopft.“ „Wieso nicht?“, will Paul wissen. „Weil man Holz nicht schmieden kann, ist doch logisch.“ „Dann hat er das Glück vielleicht in seinem Körper gebunkert – der ist aus einer Graffiti-Spraydose, also aus Metall. Und vielleicht entweicht jeden Tag ein bisschen daraus und so macht mein Papa seine Reise die ganze Zeit in einer bunten Wolke aus Glück“, freut sich Paul.

„Die Graffiti-Dose, die wir für das Tarnlistmännchen genommen haben, war leer.“ „Das stimmt“, sagt Paul traurig. „Badewannenstöpsel, Kronkorken und Sternanstecker können es aber auch nicht sein. Worin sollen die denn das Glück bringen?“

„Der Tarnlistmann beschützt deinen Papa“, meint Conny. „Und weiß du, warum? Weil du ihn gebastelt hast. Wenn dein Papa ihn anschaut, dann denkt er an dich und ist glücklich und passt auf sich auf. Ein bisschen Glück braucht man auch mit einem Glücksbringer.“

Paul ist verwirrt. Dann bringt der Glücksbringer gar nichts? Dabei hat er sich solche Mühe gegeben. Aber wenn er Papa mit seinem Glücksbringer glücklich machen konnte, dann haben sie doch beide irgendwie Glück gehabt.

Und es ist ja auch sehr schwierig mit dem Glück – es zu bringen, zu haben, und zu halten. Darüber haben sich schließlich schon so viele Leute den Kopf zerbrochen.

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Paul im Kreuzer

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Theresa Held für ihre Rezension im aktuellen kreuzer – Das Leipzig Magazin. „Schreer erzählt die Begegnungen berührend und in einfacher Kindersprache, die wunderschönen und sehr detailverliebten Illustrationen von Anemone Kloos veranschaulichen die Geschichte…“ Ein schönes Kompliment!

Noch eine kleine Anmerkung zum Artikel: Paul erlebt seine Abenteuer zwar in anderen Stadtteilen, Tipps für Familien für die Stadtteile Reudnitz und Schönefeld findet man z.B. mit dem Familienerlebnisgarten und den „Springmäuschen“, dem Clown-Museum, der Kinder- und Jugendwerkstatt JoJo und dem Mariannenpark mit Schloss Schönefeld trotzdem in „Willkommen in Leipzig, Paul!“. 😉

Rezension Kreuzer Juni 2017_Auswahl1

Hier könnt ihr das Buch bestellen oder über den be.bra verlag

Wo ist Goethe? Paul in Auerbachs Keller

Endlich ist es sommerlich warm! Also, nichts wie raus in die Parks, Gärten, auf die Spielplätze, in den Zoo. Die meisten Leipziger zieht es sicherlich an den See: ob Cospudener, Markkleeberger, Kulkwitzer, Naunhofer oder Hainer See, um nur einige zu nennen – Leipzig und das Umland haben viel zu bieten, wenn man ins Blaue hinein möchte.

Pauls Lieblingssee ist der Cospudener See. Los geht es in der Südvorstadt (Paul wohnt in der Karli), er fährt mit dem Rad Richtung Connewitz, dann in den Auwald und vorbei an den Wildschweinen im Wildpark, die gerade erst Junge bekommen haben. Ein Stück weiter befindet sich der „Wolfswinkel“, an dem ein steinerner Wolf aufmerksam den Fahrradfahrern hinterherblickt, wahrscheinlich insbesondere denen, die mit einem roten Radkäppchen an ihm vorbeiradeln. Bildergebnis für emoticon sport 😉 Auf seinem Sockel steht: „Hier wurden im Jahr 1720 die letzten Wölfe gesichtet“. Hat man den harten Burschen hinter sich gelassen, ist es nicht mehr weit bis zum See.                     Wolf1

Pauls Mama würde nach dem Baden gern noch einen der vielen Freisitze in der Südvorstadt besuchen und den Tag bei einer Fassbrause ausklingen lassen.

Doch Paul möchte selbst bei den sommerlichen Temperaturen viel lieber in den Keller, und zwar in einen ganz bestimmten: Auerbachs Keller im Zentrum von Leipzig. Seitdem Paul tatsächlich Goethe hier getroffen hat, zieht es ihn immer wieder in das berühmte historische Restaurant in der Leipziger Innenstadt. (Es zählt zu den zehn bekanntesten Gaststätten der Welt.) Von dem netten alten Herrn mit der ulkigen Kleidung hat er bei seinem ersten Treffen einen großartigen Tipp bekommen, wie er endlich einen Freund in Leipzig finden kann. Und Paul würde den Mann, der ihm auf so wundervolle Weise von „seinem Leipzig“ erzählen konnte, gern noch einmal wiedersehen. Außerdem verbindet die beiden etwas. Paul hat mit Goethe etwas gemeinsam. Wirklich! Was es ist, erfährt man in der Geschichte „Der alte Mann und sein Leipzig“ in „Willkommen in Leipzig, Paul!“

Wer Auerbachs Keller besucht, findet Pauls Buch übrigens jetzt auch dort im Shop.