Herr Pinselflitzer im Kürbisparadies

Etwa 30 Kilometer von Leipzig entfernt, im dem kleinen Örtchen Profen in Sachsen-Anhalt, lassen zwei hier geparkte und mit Kürbissen gefüllte Schubwagen am Straßenrand der B2 nur erahnen, welche Farbenpracht der kleine Bioladen dahinter versteckt. Pinselflitzer_Kuerbisparadies2

„Kürbis im Hof“ steht an einer Tafel. Wenn man diesen dann besucht hat, möchte man am liebsten das Wort „Paradies“ dazuschreiben, denn Biobauer Matthias Scholle verkauft hier 15 verschiedene Sorten Speisekürbis und jede Menge Arten von Zierkürbissen, die in dieser Vielzahl einen wunderbar herbstlichen Anblick bieten.

Der „Ungarische Blaue“ bringt Farbe ins Spiel, die Nase vorn haben aber die orangenen Exemplare, die nur noch darauf warten, mit einem geschnitzten Grusel-Gesicht zum Leben erweckt zu werden.

 

Pinselflitzer_Kuerbisparadies3

Pinselflitzer_Kuerbisparadies1

Biohof Scholle, Profen/Elsteraue, Leipziger Straße 129.

„Fantasiereiche Begegnungen“

Toller Start in den Oktober mit einer Rezension in der aktuellen Ausgabe des Stadtmagazins urbanite Leipzig! „Alle vorgestellten Ausflugsziele sind in verschiedene Alltagsgeschichten rund um Paul eingebaut, so dass es nicht zu trocken wird, sondern im Gegenteil mit witzigen Wortspielen und fantasiereichen Begegnungen gearbeitet wird.“ Dankeschön. Wir freuen uns! Den gesamten Artikel findet man hier.

Urbanite_Rezension

http://www.urbanite.net/de/leipzig/artikel/buchrezension-willkommen-leipzig-paul

Willkommen in Leipzig, Paul!

Wie ein Fisch im Wasser

Herrlich, diese Wasserstadt! Leipzig durchziehen etwa 300 kleine und große Flußläufe, und mehr als 300 Brücken findet man hier. „Schau mal, Herr Pinselflitzer, was ich bei meinem Ausflug ins Zentrum-Nordwest entdeckt habe!“ Conny Lachsack präsentiert stolz ihr Foto, auf dem sie einen Graureiher im Elstermühlgraben beobachten konnte. „Wo genau war das denn?“, fragt der Pinselflitzer. „Ganz in der Nähe des Naturkundemuseums, unterhalb der Angermühlbrücke.“

Naturkundemuseum_Willkommen_in_Leipzig_Paul

Herr Pinselflitzer trabt ab und kommt wenig später mit seinem Foto zurück. „So, Conny, ein Bild am Wasser kann ich auch“, sagt er und hält Conny seine Aufnahme unter die Nase. „Das ist die Könneritzbrücke, schau! Sie verbindet die Stadtteile Plagwitz und Schleußig miteinander. Das gelbe Haus mit den vielen Blumen auf den Balkonen gehört übrigens zum Grundstück, auf dem die Karl-Heine-Villa steht. Hier lebte der große Karl Heine von 1874 bis zu seinem Tod 1888. Er wollte aus Plagwitz ein Industrieviertel machen, baute Brücken und Straßen und begann 1856 damit, einen Kanal anzulegen, um Baumaterial und Güter transportieren zu können, den Karl-Heine-Kanal.“

Koenneritzbruecke_Pinselflitzer

„Na gut, Herr Pinselflitzer, hast gewonnen. Viel schöner sind ja auch unsere Ausflüge zu zweit“, meint Conny und schaut ihrem Lieblingseichhörnchen tief in die Augen. „Hast recht.“ Herr Pinselflitzer überlegt, dann weiß er, was zu tun ist. Er nimmt Conny an die Hand und bald schon sitzen sie zusammen in seinem geliebten Clara-Zetkin-Park und schauen auf die Fontäne in der Anton-Bruckner-Allee. „Wer war denn diese Frau Clara Zetkin, nach der der Park hier benannt ist eigentlich?“, fragt Conny. „Eine Friedensaktivistin und Frauenrechtlerin.“ „Dann hat man bei der Namensgebung für den Park eine wirklich gute Wahl getroffen.“ „Das stimmt, Conny“, sagt Herr Pinselflitzer. „Auch da hast Du recht.“

Clara-Zetkin-Park_pinselflitzer

Willkommen in Leipzig, Paul!

Ja, nein, vielleicht.

Ja, wirklich klasse. Eine tolle Aussicht hat man vom „Trojanischen Pferd“ aus auf dem Spielplatz am Fockeberg in der Leipziger Südvorstadt. „Ganz schön hoch. Und wie kommen wir jetzt wieder runter?“, fragt Conny Lachsack, die Jutebeutelratte aus Connewitz. „Über das Kletternetz“, ruft Herr Pinselflitzer und springt los. Schließlich will er noch die Röhrenrutsche, die Balancierstrecken und Reifenschaukeln ausprobieren. Conny setzt sich mit ihrem schweren Beutel lieber ein bisschen in den Sandkasten. Die beiden waren gerade auf dem 153 Meter hohen Fockeberg, und Conny braucht dringend eine kurze Verschnaufpause.

Trojanisches Pferd   13_Fockeberg_Ausschnitt_Pferd_Willkommen_in_Leipzig_Paul

Nein, der nicht, Herr Pinselflitzer!“ „Wieso, der ist so schön rot? Wie für mich gemacht!“ Pilzesammeln steht danach bei den beiden auf dem Programm und dafür haben sie sich den Colditzer Wald, etwa 40 Kilometer von Leipzig entfernt, ausgesucht. Hier findet man u.a. Birkenpilze, Steinpilze und Maronen, die roten hier sollte man natürlich lieber stehen lassen. 🍄 😉

Colditz_Wald_Paul_in_Leipzig

Vielleicht gehen wir mal zusammen in eine Ausstellung. Was meinst du, Conny?“, fragt Herr Pinselflitzer. „Schau mal, in deiner Geschichte wird eine tolle empfohlen“, freut er sich und hüpft von einem Bein aufs andere. Conny setzt den Jutebeutel ab und lässt sich auf einen Stuhl fallen. „Ja, das machen, wir. Oder ins Museum oder Kino oder Café oder Restaurant. Das wäre toll“, meint die Jutebeutelratte und schließt die Augen und dann hört man in der Stadtbibliothek Leipzig ein leises Schnarchen irgendwo in der Kinderbuchabteilung.

Stadtbibliothek_Willkommen_in_Leipzig_Paul

Stadtbibliothek Leipzig, Wilhelm-Leuschner-Platz 10-11

Willkommen in Leipzig, Paul!

Willkommen in Leipzig, Conny Lachsack!

Manchmal wird es auch den anderen Kindebuchfiguren zu bunt, dann kommen auch sie aus ihren Geschichten hüpft und wollen draußen was erleben. Nach dem Pinselflitzer, dem Eichhörnchen aus dem Clara-Zetkin-Park, taucht sie plötzlich in Leipzig auf: Conny Lachsack, die Jutebeutelratte aus Connewitz.

Conny Lachsack

Klar, dass Herr Pinselflitzer schnell Wind davon bekommt, schließlich wünscht er sich einen Begleiter bei seiner Abenteuersuche in Leipzig. Die beiden verabreden sich zum ersten Date. Mit Motto!: „maritim“. Verrückt, die zwei.

Date maritim

Erstes Date: Bootsverleih Wildpark mit Motto „maritim“

Die Dinge entwickeln sich gut und die beiden Turteltauben verbringen ihren ersten gemeinsamen Kinoabend in der „Kinobar Prager Frühling“. 🌺 😍

Prager Fruehling

Kinobar Prager Frühling in der Bernhard-Göring-Straße 152, Leipzig-Connewitz

Und bevor der Sommer in die Zielgerade einläuft, tanken sie noch einmal Sonne im Stadtgarten Connewitz, einer wundervollen kleinen Stadtoase, und schmieden dabei große Zukunftspläne.

Stadtgarten Connewitz_paul_Leipzig

Stadtgarten Connewitz, Kohrener Str. / Burgstädter Str.

Der Septemberanfang in Leipzig ist ziemlich unbeständig. Die Sonne tritt zwar kräftig in die Pedale, wird aber immer wieder von Regenschauern eingeholt. „Wohin nur bei diesem Wetter?“, fragt Herr Pinselflitzer. „Ich hab’s!“, ruft Conny. „Lass uns ins Kindermuseum Lipsikus im Böttchergäßchen gehen! In der Ausstellung ‚Kinder machen Messe‘ erfährt man nicht nur, wie es früher in der Stadt zuging, es gibt auch jede Menge zu entdecken und auszuprobieren. Komm mit auf eine kleine Reise in die Vergangenheit.“ „Okay“, Herr Pinselflitzer ist dabei.

Kindermuseum Innenstadt

Kindermuseum des Stadtgeschichtlichen Museums im Haus Böttchergäßchen, Böttchergäßchen 3, Leipzig-Zentrum

Klein-Paris oder Klein-Ägypten?

Herr Pinselflitzer ist auf Abenteuerreise durch Leipzig. Im Stadtteil Connewitz hat er ein paar Straßen unsicher gemacht, jetzt möchte er nicht mehr nur was erleben, sondern auch etwas lernen über die Stadt. Also, wohin führt ihn sein nächster Weg? In die Uni natürlich. Er macht sich auf zum Neuen Augusteum, dem Hauptgebäude der Universität Leipzig. Das befindet sich am Augustusplatz und entstand von 2007 bis 2012. Im Innenbereich trifft er auch gleich auf drei kluge Köpfe, die an der Uni Leipzig studiert haben: Johann Wolfgang von Goethe, Gotthold Ephraim Lessing und Gottfried Wilhelm Leibniz. Hm, Leibniz, überlegt er, war das nicht der mit dem Keks? Für ihn hat Herr Pinselflitzer sogar einen dabei. So richtig sehr freut sich der Gottfried zwar gar nicht darüber, nett ist er irgendwie trotzdem, und er kann prima zuhören.

Leibniz

Nach einem Besuch des Paulinums, der Universitätskirche mit Aula und Andachtsraum neben dem Neuen Augusteum, lässt er sich von der wunderschönen Gedächtniskirche in Leipzig-Schönefeld berichten. Also, auf in den Stadtteil Schönefeld. Was er hier nun absolut nicht erwartet hatte, ist eine Pyramide! Faszinierend. Wie kommt die denn hier her? Die Rittergutsbesitzerin Clara Hedwig von Eberstein ließ sie 1883 für sich und ihre Familie als Grabstätte errichten. Man kann sogar in den Innenraum. In der Gruft ist es so dunkel, dass der Pinselflitzer kaum die Pfote vor Augen erkennt.

Pyramide

Also schnell zurück in die Sonne. Ein Ausflug ins Blaue hinein wäre toll, zum Beispiel auf den Rosentalturm im nördlichen Auwald. Wie romantisch!🌹Und das, obwohl seine Entstehung alles andere war als das. Der 20 Meter hohe Scherbelberg wuchs nämlich von 1887 bis 1896 durch die Aufschüttung von Hausmüll. Aber was hat der Turm dann mit Rosen zu tun? Vielleicht trifft man hier oben jemanden, dem man gerne eine schenken möchte? Also hat der Pinselflitzer ziemlich hohe Erwartungen und eine rote Rose dabei, als er die 104 Stufen bis nach oben klettert. Eine wunderbare Aussicht bekommt man hier, keine Frage. Leider ist nur weit und breit niemand zu sehen, der die ganze Romantik mit ihm teilen könnte. Ein Freundin an meiner Seite, denkt Herr Pinselflitzer, wie schön wäre das. 💞

Rosentalturm_willkommen_in_Leipzig_paul_klein

Willkommen in Leipzig, Paul!