Strohsackpassage Leipzig

Ein großes Zeitfenster

Bei einem Besuch in der Strohsackpassage Leipzig erleben die Jutebeutelratte Conny und das Eichhörnchen Herr Pinselflitzer ein kleines blaues Wunder: sie entdecken Europas größte Bodenuhr! Hinter 43 Millimeter dickem Panzerglas samt Schutzfolie symbolisieren die Zeiger Mann und Frau, die sich immer wieder begegnen. Auf dem Sekundenzeiger ist eine große rotierende Spiegelschale angebracht, die „ein Stück Himmel in die Passage holt.“ So steht es auf einer Tafel geschrieben.

„Wundervoll“, bemerkt Conny. „Aber, wie spät ist es denn jetzt?“ „Ich weiß nicht“, sagt Herr Pinselflitzer. „Gute Frage. Sicher ist, wir haben hier ein ziemlich großes Zeitfenster!“ Und da es in der beleuchteten Passage so schön gemütlich ist, bleiben die beiden noch eine Weile und sehen den Uhrzeigern bei ihren Begegnungen zu.

Bodenuhr_klein_Paul_Leipzig

Entworfen haben die Uhr 1997 der Maler Reinhard Minkewitz und der Architekt Anuschah Behzadi, das Uhrwerk stammt von Zachariä Turmuhren Leipzig.

„Und woher kommt eigentlich der Name ‘Strohsackpassage’, Herr Pinselflitzer?“ „Hier gab es früher viele Gaststätten, und wenn die Studenten nach dem Feiern nicht mehr nach Hause kamen, schliefen sie einfach hier auf Strohsäcken.“ „Interessant, vielleicht gab es dann früher an dieser Stelle Europas größten Bodenwecker. Und vielleicht wurde  der Wecker durch eine Bodenuhr ersetzt, als hier keiner mehr übernachtete.“ „So wird es gewesen sein, Conny, ganz bestimmt.“

Willkommen in Leipzig, Conny Lachsack!

Manchmal wird es auch den anderen Kindebuchfiguren zu bunt, dann kommen auch sie aus ihren Geschichten hüpft und wollen draußen was erleben. Nach dem Pinselflitzer, dem Eichhörnchen aus dem Clara-Zetkin-Park, taucht sie plötzlich in Leipzig auf: Conny Lachsack, die Jutebeutelratte aus Connewitz.

Conny Lachsack

Klar, dass Herr Pinselflitzer schnell Wind davon bekommt, schließlich wünscht er sich einen Begleiter bei seiner Abenteuersuche in Leipzig. Die beiden verabreden sich zum ersten Date. Mit Motto!: „maritim“. Verrückt, die zwei.

Date maritim

Erstes Date: Bootsverleih Wildpark mit Motto „maritim“

Die Dinge entwickeln sich gut und die beiden Turteltauben verbringen ihren ersten gemeinsamen Kinoabend in der „Kinobar Prager Frühling“. 🌺 😍

Prager Fruehling

Kinobar Prager Frühling in der Bernhard-Göring-Straße 152, Leipzig-Connewitz

Und bevor der Sommer in die Zielgerade einläuft, tanken sie noch einmal Sonne im Stadtgarten Connewitz, einer wundervollen kleinen Stadtoase, und schmieden dabei große Zukunftspläne.

Stadtgarten Connewitz_paul_Leipzig

Stadtgarten Connewitz, Kohrener Str. / Burgstädter Str.

Der Septemberanfang in Leipzig ist ziemlich unbeständig. Die Sonne tritt zwar kräftig in die Pedale, wird aber immer wieder von Regenschauern eingeholt. „Wohin nur bei diesem Wetter?“, fragt Herr Pinselflitzer. „Ich hab’s!“, ruft Conny. „Lass uns ins Kindermuseum Lipsikus im Böttchergäßchen gehen! In der Ausstellung ‚Kinder machen Messe‘ erfährt man nicht nur, wie es früher in der Stadt zuging, es gibt auch jede Menge zu entdecken und auszuprobieren. Komm mit auf eine kleine Reise in die Vergangenheit.“ „Okay“, Herr Pinselflitzer ist dabei.

Kindermuseum Innenstadt

Kindermuseum des Stadtgeschichtlichen Museums im Haus Böttchergäßchen, Böttchergäßchen 3, Leipzig-Zentrum

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Die fabelhafte Welt der Fotoautomaten

Vor der Moritzbastei in Leipzig gibt es einen Fotoautomaten. Ein handfestes Selfie rutscht nach ein paar Minuten in den kleinen Ausgabeschlitz der Maschine und die ungeschönte, filterlose Wahrheit tritt zutage. Hm, so sieht das Ergebnis also aus. Irgendwie na ja. Der Hals hat es nicht mehr aufs Bild geschafft, dafür ist über dem Kopf noch eine Handbreit Spielraum. Geht schon. Nimm es mit, und am besten mit Humor.

Fotoautomaten sind Kult und ein Platz für Spaßvögel. Was für eine Freude, sich mit Gleichgesinnten auf den kleinen Hocker zu quetschen und in der Kabine mal ordentlich herumzualbern. Grimassen schneiden, Zähne und Zunge zeigen, Kussmund formen, mal ausgiebig schielen, die Stirn runzeln und in Falten ziehen, das Victory-Zeichen oder Handherzen machen – alles ist erlaubt. Zumindest fast. Die kleinen Aufnahmen üben einen besonderen Reiz aus, vielleicht weil sie zwar ein gestelltes, aber gleichzeitig authentisches Bild zeichnen – der Spaß ist echt. Also, nüscht wie los, Vorhang zu, Faxen machen und Grimassen schneiden. Funktioniert übrigens auch wunderbar mit Kindern. 😜

Hier findet man Fotoautomaten in Leipzig, außerdem im Westwerk auf der Karl-Heine-Straße.

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