Ein tolles Schauspiel!

Das hat Spaß gemacht! Nach wochenlangen Proben war es gestern endlich so weit. Die Hort-Kinder der Astrid-Lindgren-Grundschule Leipzig-Schönefeld führten im Rahmen der Begegnungswoche die Geschichte „Herr Pinselflitzer und der Clara-Zetkin-Park“ aus „Willkommen in Leipzig, Paul!“ auf. Wir haben uns ganz sehr darüber gefreut und danken den kleinen Akteuren für ihre tolle Darbietung. Wunderbar gespielt und von den Hortnerinnen ganz Klasse inszeniert!

Kinder_spielen_Paul

Kinder_Sonnenuhr In gleich drei Durchgängen und verschiedenen Besetzungen, mit selbstgebastelten Requisiten und Kostümen konnten die Kinder die Figuren wunderbar zum Leben erwecken. Vielen Dank auch an Steffen Luczak für die Technik und an Matthias Hennig, Leiter der Seniorenbegegnungsstätte der Volkssolidarität in Leipzig-Schönefeld, der die Idee zum Stück hatte und sich mit großem Einsatz um die Organisation gekümmert hat.

Für uns ist es etwas ganz Besonderes, dass eine Paul-Geschichte als kleines Theaterstück umgesetzt wurde. Wir fühlen uns geehrt! Dankeschön nochmal an alle Beteiligten für dieses Erlebnis.

Gruppenbild

 

 

Ein Eis auf dem Flügel

Abkühlung gefällig? Dann lohnt sich ein Ausflug auf das Tragwerk dieses Flugzeugs. Dort oben gibt es eine gute Auswahl an Eisbechern, und eine Fernreise in vergangene Zeiten gleich dazu! Eine alte IL 62 der DDR-Interflug wurde zu einem Restaurant umgebaut, das man heute für Veranstaltungen mieten kann.

Flugzeug

Das Highlight ist die große Terrasse, die bei schönem Wetter Dienstag bis Freitag ab 15.00 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen ab 12.00 Uhr geöffnet hat. Das Flugzeugrestaurant finden man in der Arno-Nitzsche-Str. 43.

Nur Fliegen ist schöner! 🙂

Interflugfahrzeug

Herr Pinselflitzer macht ne Luftfahrt – einen Ausflug mit der Interflug  

Strohsackpassage Leipzig

Ein großes Zeitfenster

Bei einem Besuch in der Strohsackpassage Leipzig erleben die Jutebeutelratte Conny und das Eichhörnchen Herr Pinselflitzer ein kleines blaues Wunder: sie entdecken Europas größte Bodenuhr! Hinter 43 Millimeter dickem Panzerglas samt Schutzfolie symbolisieren die Zeiger Mann und Frau, die sich immer wieder begegnen. Auf dem Sekundenzeiger ist eine große rotierende Spiegelschale angebracht, die „ein Stück Himmel in die Passage holt.“ So steht es auf einer Tafel geschrieben.

„Wundervoll“, bemerkt Conny. „Aber, wie spät ist es denn jetzt?“ „Ich weiß nicht“, sagt Herr Pinselflitzer. „Gute Frage. Sicher ist, wir haben hier ein ziemlich großes Zeitfenster!“ Und da es in der beleuchteten Passage so schön gemütlich ist, bleiben die beiden noch eine Weile und sehen den Uhrzeigern bei ihren Begegnungen zu.

Bodenuhr_klein_Paul_Leipzig

Entworfen haben die Uhr 1997 der Maler Reinhard Minkewitz und der Architekt Anuschah Behzadi, das Uhrwerk stammt von Zachariä Turmuhren Leipzig.

„Und woher kommt eigentlich der Name ‘Strohsackpassage’, Herr Pinselflitzer?“ „Hier gab es früher viele Gaststätten, und wenn die Studenten nach dem Feiern nicht mehr nach Hause kamen, schliefen sie einfach hier auf Strohsäcken.“ „Interessant, vielleicht gab es dann früher an dieser Stelle Europas größten Bodenwecker. Und vielleicht wurde  der Wecker durch eine Bodenuhr ersetzt, als hier keiner mehr übernachtete.“ „So wird es gewesen sein, Conny, ganz bestimmt.“

AusFlug zur Zeppelinbrücke

Gestern setzten wir etwas in die Tat um, das schon sehr lange auf dem Plan stand. Immer wieder haben wir darüber gesprochen, hin und her überlegt, uns gefragt, ob es überhaupt möglich ist, welchen Kraftaufwand es bedeuten würde, welche Tageszeit dafür die beste wäre. Und wir stellten fest, je mehr wir darüber nachdenken, uns Sorgen machen, abwägen und zweifeln, desto schwieriger würde es werden, den Schritt zu machen.

Also haben wir es einfach getan: Wir breiteten die Arme ganz weit aus und sind losgeflogen. Unser Ziel: die Zeppelinbrücke. Da sich die Sonne gestern nur kurz blicken ließ, war der kleine Ausflug durch die Wolken sehr angenehm. Wir ruderten verträumt ins Blaue, durch die Milchschaumberge und schauten hinab auf die wunderschöne Stadt, das Zentrum, den Clara-Zetkin-Park. Leipzig gab sich zum Sonntag leise und beschwingt, unter uns radelte und spazierte man durch die Straßen. Als wir über den Richard-Wagner-Hain schwebten, nahmen wir uns Zeit und lauschten den Klängen des 15. Leipziger Hörspielsommers. Wie friedlich die Menschen dort unten aussahen. Sie saßen vergnügt beisammen und ließen sich ein bisschen berauschen von der wundervollen Atmosphäre. Kleine Kinder tapsten über die Wiese, ihre Eltern holten ihnen Eis und Brause am Imbiss-Wagen Zierlich Manierlich. Oberhalb der Treppen, etwas abseits der Gemütlichkeit zwischen angenehm leisen Lautsprechern, summten Bienen über farbenfrohen Beuten, und es schien, als tanzten sie zu der Ruhe, die in der Luft lag. Wir landeten am Palmengarten und trafen dort sogar auf Paul, der ein paar kleine Boote ins Elsterbecken setzte und auf die Reise schickte.

Als es anfing zu regnen, wachten wir auf. Wir klemmten die Picknick-Decke auf den Gepäckträger und radelten nach Hause. 😉

Zeppelinbruecke_Paul_in_Leipzig

Zeppelinbrücke Leipzig

Richard-Wagner-Hain_Paul_In_Leipzig_klein

Hörspielsommer Leipzig 2017

ZierlichManierlich_Paul_in_Leipzig_klein

Imbiss-Wagen Zierlich Manierlich

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Willkommen in Leipzig, Paul!

Es geht um die Kinder.

Worüber reden die denn hier? Ein Gipfeltreffen der Giraffen? Oder halten die Langhälse nur Smalltalk?

Vielleicht gibt es etwas Spannendes zu sehen. Die Giraffen haben ja alles gut im Blick und wissen meistens, wer oder was tierisch so los ist im Zoo. Hecken die was aus? „Pst, hey Freunde, habt ihr es schon gehört?“, fragt der große Gefleckte hier rechts im Bild. „Kommt mal näher. Ja, noch ein bisschen.“ Der farbenfrohe Giraffen-Vater auf der linken Bildhälfte, der aussieht wie gemalt, streckt seinen Hals noch weiter nach vorn. „Gibt’s was Neues bei Euch?“

„Vom 30. Juni bis 31. Juli 2017 ist im Zoo Leipzig ein Theaterstück zu sehen!: ‚Die Konferenz der Tiere‘ nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Erich Kästner. Wie lange haben wir darauf gewartet, dass dieses Buch hier mal zur Sprache kommt!“, freut sich der große Gefleckte. Verständlich, denn die schlauen Köpfe darin sind die Tiere. Sie wissen, worum es den Menschen wirklich gehen sollte: um die Kinder.

„Eines schönen Tages wurde es den Tieren zu dumm“, so beginnt Kästners denkwürdige Geschichte. Die Menschen sind „schreckliche Leute“, meinen die Tiere und berufen eine internationale Konferenz ein. Sie finden nämlich, dass die Erwachsenen mit ihrer Erziehung und den großen Zukunftsplänen für die Kinder das Wichtigste völlig vergessen: dafür zu sorgen, dass ihre Kinder in Frieden aufwachsen können. „So nette Kinder! Und immer müssen sie die Kriege und die Revolutionen und Streiks mitmachen, und dann sagen die Großen noch: sie hätten alles nur getan, damit es den Kindern später einmal besser ginge. So eine Frechheit, was?“, schimpft Oskar der Elefant. Und wie recht er hat.

Doch dann fällt Oskar etwas ein: „Die Menschen machen in einem fort Konferenzen, ohne etwas zu erreichen, und so ist meine Idee, dass wir auch – eine Konferenz abhalten!“ Und damit meint Oskar natürlich eine, die tatsächlich etwas bewirkt.

Er und seine Freunde: der Löwe Alois, die Giraffe Leopold und ein Eisbär mit dem schönen Namen Paul beginnen sofort mit der Organisation der großen Veranstaltung, die im Hochhaus der Tiere stattfinden soll. Vertreter aller Arten, die mit den kurzen und langen Wegen, Hälsen, Beinen und Ohren begeben sich auf die Reise. Sogar die Tiere aus den Bilderbüchern folgen der Einladung und hüpfen aus ihren Geschichten und lassen diese zum großen Erstaunen der Menschen einfach mal so stehen.

Alle sind da, als die Versammlung feierlich eröffnet wird. In einer bewegenden Ansprache verkündet der Eisbär Paul: „Wir verlangen einstimmig, dass es nie wieder Krieg, Not und Revolution geben darf! Sie müssen aufhören! Denn sie können aufhören! Und deshalb sollen sie aufhören!“

Denn: „Es geht um die Kinder!“

„An dieser Stelle brach im Saal ungeheurer Jubel los. Man stampfte mit den Hufen, schlug mit den Flügeln, klatschte mit den Flossen, klapperte mit den Schnäbeln, wieherte, krähte, zwitscherte, bellte, pfiff, röhrte, trompetete – es war toll!“

Die Menschen zum Friedenschließen zu bewegen, wird zur schwierigen Angelegenheit, wie man sich denken kann. Erst im dritten Anlauf und mit einer Maßnahme, die den Erwachsenen tatsächlich die Augen öffnet, schaffen es die Tiere: der Friedensvertrag wird unterzeichnet.

Das Kinderbuch „Die Konferenz der Tiere“ erschien 1949 und hat an Aktualität nicht verloren. Kästner macht darin einen wichtigen Schritt: er stellt sich hinter die Kleinsten der Gesellschaft, hinter die, die für Krieg, Armut und Hunger am wenigsten können und am meisten darunter zu leiden haben. Von der „Trägheit des Herzens“ schreibt er und spricht sich damit gegen Ignoranz und Egoismus, gegen Wegschauen und Leugnen aus. Seine Geschichte ist ein klug in Worte gefasstes Plädoyer für Mitgefühl und eine „echte Erziehung“ und für das Erkennen der „echten“ Verantwortung für die Kleinsten, die die Welt noch mit großen Staunaugen sehen. Die Kinderschuhe, denen man meint, längst entwachsen zu sein, sollte man mal wieder rauskramen und auf den Prüfstand stellen. Vielleicht erinnert man sich bei genauer Betrachtung, wie schwierig das Laufen darin oftmals war und wie notwendig die Hand, die einem nach dem Hinfallen wieder aufgeholfen hat.

„Die meisten Menschen legen ihre Kindheit ab wie einen alten Hut. Sie vergessen sie wie eine Telefonnummer, die nicht mehr gilt. Früher waren sie Kinder, dann wurden sie erwachsen, aber was sind sie nun? Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch“, sagte Kästner einmal.

In diesem Sinne sei „Die Konferenz der Tiere“ allen ans Herz gelegt, die sich ihren Wunder-vollen Kindskopf irgendwann haben waschen lassen und denen dabei die kleinen und großen Hirngespinste, die Seifenblasen und Luftschlösser, und der schöne Schalk im Nacken abhandenkamen.

„Du, das klingt gut, wir kommen mal zu Euch“, flüstert der farbenfrohe Giraffen-Vater von der linken Seite, der aussieht wie gemalt. „Und dann schauen wir uns das Theaterstück an“, sagt er und macht sich auf den Weg. Der große Gefleckte nickt und geht zur hohen Hecke, hinter die er noch nie eines seiner langen Beine gesetzt hat, und er lächelt so gut er es eben kann beim Anblick der vielen kleinen Zoo-Besucher, die ihn staunend beäugen.

Weitere Infos zum Theaterstück gibt es hier.

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„Die Konferenz der Tiere“, Erich Kästner, Cecilie Dressler Verlag Hamburg, 1990