Winter in Leipzig – Zeit für Klatsch & Tratsch

Wenn es richtig kalt ist da draußen, findet man Klatsch und Tratsch an der Könneritzbrücke. Das bedeutet nicht etwa, dass sich Leipziger Leute in die Kälte stellen, um Hinz und Kunz als dick und doof zu bezeichnen. Klatsch & Tratsch sind zwei Eiszapfen, die Paul bei seinem Ausflug durch Plagwitz kennenlernt. Die beiden hängen  unfreiwillig nebeneinander am Brückengeländer und streiten sich, was das Zeug hält.

„Was machst du hier, das ist mein Platz, geh zurück an deine Brücke!“, schimpft der eine Zapfen. „Ich kann nichts dafür, in diesem Winter bin ich auch hier gelandet“, antwortet der andere. Und schon kommt es zu einem handfesten Zapfenstreit.

Paul weiß erst gar nicht, wie ihm geschieht. „Was ist denn mit denen los?“ Doch dann hat er eine Idee…

„Zapfenstreit in Plagwitz“ ist unsere Wintergeschichte in „Willkommen in Leipzig, Paul!“. Sie erzählt nicht nur von zwei streitsüchtigen Eisklötzen, die langsam auftauen und warm miteinader werden, sie führt Paul auch von der Könneritzbrücke zum Unikatum Kindermuseum, lässt ihn das Eisenbahnmuseum kennenlernen und den großen Karl Heine.

16_Eiszapfen

 

Wie ein Fisch im Wasser

Herrlich, diese Wasserstadt! Leipzig durchziehen etwa 300 kleine und große Flußläufe, und mehr als 300 Brücken findet man hier. „Schau mal, Herr Pinselflitzer, was ich bei meinem Ausflug ins Zentrum-Nordwest entdeckt habe!“ Conny Lachsack präsentiert stolz ihr Foto, auf dem sie einen Graureiher im Elstermühlgraben beobachten konnte. „Wo genau war das denn?“, fragt der Pinselflitzer. „Ganz in der Nähe des Naturkundemuseums, unterhalb der Angermühlbrücke.“

Naturkundemuseum_Willkommen_in_Leipzig_Paul

Herr Pinselflitzer trabt ab und kommt wenig später mit seinem Foto zurück. „So, Conny, ein Bild am Wasser kann ich auch“, sagt er und hält Conny seine Aufnahme unter die Nase. „Das ist die Könneritzbrücke, schau! Sie verbindet die Stadtteile Plagwitz und Schleußig miteinander. Das gelbe Haus mit den vielen Blumen auf den Balkonen gehört übrigens zum Grundstück, auf dem die Karl-Heine-Villa steht. Hier lebte der große Karl Heine von 1874 bis zu seinem Tod 1888. Er wollte aus Plagwitz ein Industrieviertel machen, baute Brücken und Straßen und begann 1856 damit, einen Kanal anzulegen, um Baumaterial und Güter transportieren zu können, den Karl-Heine-Kanal.“

Koenneritzbruecke_Pinselflitzer

„Na gut, Herr Pinselflitzer, hast gewonnen. Viel schöner sind ja auch unsere Ausflüge zu zweit“, meint Conny und schaut ihrem Lieblingseichhörnchen tief in die Augen. „Hast recht.“ Herr Pinselflitzer überlegt, dann weiß er, was zu tun ist. Er nimmt Conny an die Hand und bald schon sitzen sie zusammen in seinem geliebten Clara-Zetkin-Park und schauen auf die Fontäne in der Anton-Bruckner-Allee. „Wer war denn diese Frau Clara Zetkin, nach der der Park hier benannt ist eigentlich?“, fragt Conny. „Eine Friedensaktivistin und Frauenrechtlerin.“ „Dann hat man bei der Namensgebung für den Park eine wirklich gute Wahl getroffen.“ „Das stimmt, Conny“, sagt Herr Pinselflitzer. „Auch da hast Du recht.“

Clara-Zetkin-Park_pinselflitzer

Willkommen in Leipzig, Paul!